[Rezension]: "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green

30. Mai 2014






Originaltitel: The Fault In Our Stars
Preis: € 16,90 [D]
Ausgabe: gebunden
Seitenanzahl: 288
Reihe: Einzelband
Bewertung: **** (4)
Verlag: Hanser
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„Gus drückte meine Hand. "Das Leben ist schön, Hazel Grace".“ (Seite 217)


"Krebsbücher sind doof", sagt Hazel zu Beginn der Geschichte. Doch genau das ist dieser Roman nicht. Vielmehr ist er eine intensive Reflexion über die großen Fragen des Lebens und Sterbens, ein verführerischer Liebesroman und eine zu Herzen gehende Komödie. Die 16-jährige Hazel spielt darin die Hauptrolle. Sie weiß, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, weil sie Krebs hat. Aber sie will deshalb nicht bemitleidet werden. Lieber vermeidet sie Freundschaften. Bis sie in einer Selbsthilfegruppe auf Augustus trifft. Gus ist intelligent, witzig, umwerfend schlagfertig und er geht offensiv mit seinem Schicksal um: Selbst in düsteren Momenten bringt er die Gruppe zum Lachen. 
Trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit - Hazel und Gus verlieben sich ineinander. Sie diskutieren Bücher, hören Musik, gucken Filme und erörtern die Ungerechtigkeit einer Evolution, die Mutationen wie sie zulässt. Als Hazel Gus anvertraut, dass ihr größter Wunsch ist, den Autor ihres absoluten Lieblingsbuches kennenzulernen, macht Gus ihren Traum war: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam. Vor ihrem unvermeidlichen Ende wissen sie, dass sich die Liebe unter allen Umständen lohnt, und dass sie das Leben bis zum letzten Tag feiern wollen.


„Im Winter meines siebzehnten Lebensjahrs kam meine Mutter zu dem Schluss, dass ich Depressionen hatte, wahrscheinlich, weil ich kaum das Haus verließ, viel Zeit im Bett verbrachte, immer wieder das selbe Buch las, wenig aß und einen großen Teil meiner reichlichen Zeit damit verbrachte, über den Tod nachzudenken.



Dieser Roman ist tatsächlich kein typisches Krebsbuch, in dem es nur um das Sterben  und um die letzten Tage geht. Denn Krebsbücher sind ja auch doof, so wie Hazel am Anfang der Geschichte sagt. 
Da der Klappentext die Handlung schon sehr gut zusammenfasst, werde ich auf diese nicht noch einmal eingehen. 
Ich habe zuvor noch keinen Roman von John Green gelesen und dieser hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Ich liebe einfach die Protagonisten Hazel und Augustus, die vielen metaphorischen Wendungen und eigentlich den ganzen Aufbau der Geschichte.
Natürlich ist man sich von Anfang an bewusst, dass zumindest Hazel unheilbar an Schilddrüsenkrebs erkrankt ist und auch unweigerlich sterben wird. Trotzdem habe ich diesen Punkt öfters vergessen, auch wenn Hazel immer eine Sauerstoffzufuhr benötigt und Gus nur noch ein Bein besitzt. Aber beide sind so voller Lebensmut und vor allem Gus mit seinem Charme und seiner Zigarette haben mir super gefallen. "Es ist eine Metapher, verstehst du: Du steckst dir das tödliche Ding zwischen die Zähne, aber du gibst ihm nicht die Kraft zu töten." (Seite 25). 
Man bekommt auch sehr gut mit, wie sehr die Eltern daran zu leiden haben, dass ihre Kinder an Krebs erkrankt sind. Denn Hazels Mutter hat quasi ihr ganzes Leben für ihre Tochter aufgegeben, um für sie da zu sein und es wird deutlich, wie groß die Angst davor ist, ohne ihre Kinder leben zu müssen.
Auch die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist keine gewöhnliche "Liebe auf den ersten Blick" Liebe, sondern sie beginnt schleichend. Zunächst sind beide nur Freunde und Hazel hält Gus ziemlich auf Abstand, da ihr ja bewusst ist, das sie bald sterben wird. "Ich bin eine Granate. Und ich werde irgendwann hochgehen und alles in meinem Umfeld zerstören."  Doch dann wird auch Hazel klar, wie sehr sie Gus wirklich mag.

Die Geschichte wird von Hazel aus der Vergangenheit erzählt. Obwohl diese Erzählform oft zu einem stockendem Lesen führt, ist dies hier nicht der Fall und der Lesefluss wird in keinster Weise behindert.
Der Roman ist außerdem so geschrieben, wie es Hazel und Gus gerade erleben. Das heißt es wird nichts ausgeschmückt und die Story wird nicht unnötig in die länge gezogen. 
Obwohl Hazels Erzählweise sehr sachlich ist, ist sie trotzdem detailliert und man kann sich gut in die Protagonisten hineinversetzen. 
Ich kann auch garnicht beschreiben, wie sehr mir dieser Roman gefallen hat und welche Emotionen beim lesen geweckt wurden. Das ist unmöglich. Aber soviel: man muss zwischendurch weinen, dann lachen und dann wird man wieder zum nachdenken gebracht.

Das einzige Problem für mich waren die doch ziemlich schweren metaphorischen Sätze, die Hazel und Augustus verwenden. Ich fand sie, wie oben beschrieben wunderbar, aber teilweise konnte ich ihren Wortwechsel nicht ganz verstehen und obwohl beide "an der Schwelle zum Tod" stehen, glaube ich nicht dass Jugendliche so reden würden. Das klang mir dann doch mehr nach John Green, als nach zwei 16-Jährigen Teenagern. 
Alles in allem ist es eine grandiose Geschichte, die es aufjedenfall Wert ist gelesen zu werden und nach der man mit Sicherheit die Welt ein bisschen mit anderen Augen sehen wird. 


John Green, 1977 geboren, erlangte bereits mit seinem Debüt "Eine wie Alaska" (2007) Kultstatus unter jugendlichen Lesern. Das Buch wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. war es gleich zweifach für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Auch seine Jugendromane "Die erste Liebe - nach 19 vergeblichen Versuchen" (2008) und "Margos Spuren" (2010), ebenfalls nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis und ausgezeichnet mit der Corine, fanden ein großes Echo beim Publikum und in der Presse. Der Autor wird inzwischen mit Philip Roth und John Updike verglichen. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" war in den USA schon vor dem Erscheinen ein Bestseller. Green signierte 150.000 vorbestellte Bücher. Seitdem steht der Titel auf der Bestsellerliste der New York Times. Über eine Million Fans folgen John Green regelmäßig über den Kurznachrichtendienst Twitter oder verfolgen seinen Videoblog. Der Autor leb mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Indianapolis. 


Die Schauspieler Auswahl mit Shailene Woodley als Hazel Grace Lancaster und Ansel Elgort als Augustus Waters gefällt mir sehr gut. Beide haben mich schon im Film "Die Bestimmung" überzeugt, weshalb ich auf keinen Fall an der schauspielerischen Leistung zweifle. Außerdem wurden sehr viele Zitate und sogar der SMS Verlauf übernommen. Meiner Meinung nach ist dieser Film mehr als gelungen und absolut sehenswert.


[Rezension]: "Wie Romeo und Julia" von Rachael Wing

17. Mai 2014






Originaltitel: Star Crossed
Preis: € 9,95 [D]
Ausgabe: Taschenbuch
Seitenanzahl: 218
Reihe: Einzelband
Bewertung: *** (3)
Verlag: Schneider
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„Die Trennlinie ist oft so dünn, dass ein einziger Blick genügt, um die Waagschale in die andere Richtung zu bewegen, und plötzlich … plötzlich geschieht das Unmögliche.“ (Seite 61)

Die fünfzehnjährige Jennifer weiß, dass sie dazu berufen ist, Schauspielerin zu werden. Jetzt hat sie die Chance ihres Lebens: Sie spielt die Hauptrolle in der Schulaufführung von Romeo und Julia! Aber ihre Superlaune ist wie weggeblasen, als sie erfährt, wer den Romeo spielt: ausgerechnet Chris Banner, der Typ, den sie hasst wie die Pest. Und das nicht nur, weil seine und Jennifers Familie seit Jahren im Clinch liegen. Was nun? Soll sie die Rolle hinschmeißen? Aber das kommt für Jen überhaupt nicht in Frage. Nicht mal, wenn sie sich verlieben würde ...

„Wenn diese Stunde nicht bald aufhört, dann spring ich irgendwann noch aus dem Fenster, nur um zu sehen, ob ich fliegen kann ...“

Wie der Titel natürlich schon vermuten lässt, hat die Story einen Bezug zu Romeo und Julia. An Jennifers Schule wird das Stück "Romeo und Julia" aufgeführt. Sie träumt schon seid sie ein kleines Kind ist davon, einmal die Julia spielen zu dürfen. Doch wie es kommen muss, bekommt Chris Banner die Rolle des Romeos. Wie im eigentlichen Stück sind Jennifers und Chris Familie seit Jahren verfeindet, weshalb es zu einigen Zwischenfällen kommt. Aber wie die Englisch-Lehrerin Mrs. Walker so schön sagt: "Liebe und Hass liegen dicht beieinander."
Neben dem Kampf mit Chris, der sie oft zur Weißglut bringt, muss sie außerdem mit Steve, einem Schüler aus der Oberstufe klar kommen, der ihr immer wieder nachstellt. Aber auch ihre Gefühle spielen in Chris Nähe ganz schön verrückt, was Jen natürlich stark abstreiten. Zum Glück steht ihr ihr bester und homosexueller Freund Ruben immer zur Seite.
Obwohl Rachael Wing erst vierzehn Jahre alt war, als sie den Roman angefangen hat, schreibt sie überraschend echt und stilsicher. Trotzdem merkt man ihr an einigen Stellen ihr Alter an, indem sie versucht reifer und Erwachsener zu schreiben, was ihr aber leider nicht gelingt. Auch die Protagonistin wirkt trotz ihren sechzehn Jahren manchmal etwas unreif und kindlich.
Dennoch gefällt mir die Idee der Geschichte. Durch diverse Rückblenden, welche die Kindheit beider Väter wiederspiegeln, erfährt man auch warum die Familien im Clinch liegen. Außerdem wird auch das Theaterstück durch Zitate von Shakespeares "Romeo und Julia" aufgepeppt.
Im großen und ganzen konnten mich die Protagonisten zwar nicht ganz überzeugen, sehe das Buch aber als eine nette Geschichte, die man mal schön nebenbei lesen kann.
Deshalb bekommt der Roman 3 von 5 Eulen :)


Rachael Wing geht noch zur Schule. Sie war erst vierzehn, als sie die ersten Kapitel von "Wie Romeo und Julia" auf eine Autoren-Website stellte. Der englische Verlag, der sie dort entdeckte, war von ihrem Talent beeindruckt. Rachael war schon immer eine Leseratte. Viel lesen hilft, einen eigenen Stil bei Schreiben zu entwickeln, sagt sie. Und sie hat noch weitere Hobbys: Sie nimmt Schauspielunterricht einschließlich Tanz und Gesang. Wie sie das alles schafft? Mithilfe von Schokolade...


[Rezension]: "Seelen" von Stephenie Meyer

9. Mai 2014






Originaltitel: The Host
Preis: € 24,90 [D]
Ausgabe: gebunden
Seitenanzahl: 864
Reihe: 1. Band (Trilogie)
Bewertung: **** (4)
Verlag: Carlsen
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„Es geht nicht um das Gesicht, sondern um den Ausdruck darin. Es geht nicht um die Stimme, sondern um das, was du sagst. Es geht nicht darum, wie du in diesem Körper aussiehst, sondern darum, was du damit machst. DU bist schön.“ 
(Seite 546)

Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von so genannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen sie vollständig - nur wenige Menschen leisten noch Widerstand und überleben in den Bergen, Wüsten und Wäldern. Eine von ihnen ist Melanie. Als sie schließlich doch gefasst wird, wehrt sie sich mit aller Kraft dagegen, aus ihrem Körper verdrängt zu werden und teilt ihn fortan notgedrungen mit der Seele Wanda. Verzweifelt kämpft sie darum, ihren Geliebten Jared wiederzufinden, der sich mit anderen Rebellen in der Wüste versteckt hält - und im Bann von Melanies leidenschaftlichen Gefühlen und Erinnerungen sehnt sich auch Wanda mehr und mehr nach Jared, den sie nie getroffen hat ... Der ungewöhnliche Kampf zweier Frauen, die sich einen Körper teilen müssen, eine hinreißende Liebesgeschichte und die wohl erste Dreiecksgeschichte mit nur zwei Körpern.


„Der Heiler hieß Fords Deep Waters.“



Vor ungefähr zwei Jahren habe ich dieses Buch schon mal angefangen und aus irgendeinem Grund wieder weggelegt. Jetzt verstehe ich gar nicht mehr warum. Als ich dann vor einigen Wochen den Film geschaut habe, wollte ich doch nochmal einen Versuch starten – und ich muss sagen: Es hat sich gelohnt!

Viele bringen diesen Roman sicherlich mit „Twilight“ in Verbindung, aber bis auf die Dreiecksgeschichte kann man beide Storys nicht miteinander vergleichen. Außerdem sollte man sich nicht vom Genre Science-Fiktion abbringen lassen, denn meiner Meinung nach ist dieser Roman viel mehr als das! Die Idee der Geschichte ist wirklich genial und ich habe so etwas in dieser Form auch noch nicht gelesen. 
Denn Seelen sind sehr friedlich und freundlich, sodass es keine Gewalt und Kriege mehr auf der Erde gibt. Die ersten hundert Seiten bringen einem zunächst die Seele Wanda näher und machen verständlich, wie die Seelen agieren und warum sie die Erde besetzt haben. Obwohl man natürlich zunächst gegen die Seelen ist und auch Wanda nicht leiden kann, ändert sich die Abneigung gegen die Protagonistin, wenn man diese näher kennen lernt. 
Außerdem wird schnell klar, dass sie nicht alleine in ihrem Körper ist. Denn Melanie, die Wirtin des Körpers, ist nicht wie erwartet gestorben, sondern hat überlebt. Über Melanie erfährt man ebenfalls eine Menge in diversen Rückblenden, die auch auf Jared, Melanies große Liebe, und ihren kleinen Bruder Jamie eingehen. Sie kann Wanda davon überzeugen nach ihrer Familie zu suchen, denn Wanda teilt nicht nur den Körper, sondern hat auch Melanies Gefühle übernommen. Problematisch wird es, als Ian auftaucht und sich in Wanda verliebt. Doch eigentlich ist diese „Dreiecksbeziehung“ nicht Hauptbestandteil der Handlung. Denn Wanda muss gegen viele Vorurteile ankämpfen und sich sozusagen ihren Status in der Gemeinschaft erarbeiten. Außerdem treten ihr als Seele einige sehr missbilligend gegenüber und wollen sogar ihren Tod. Außerdem liegt immer die Anspannung in der Luft, dass die Sucher das Versteck finden könnten. 
Der Roman ist in der Ich-Perspektive geschrieben, bzw. in der Wir-Perspektive, da Wanda Melanies Anwesenheit immer bewusst ist. Auf den fast 900 Seiten kann man eine sehr gute Bindung zu den Protagonisten aufbauen. Besonders Wanda und Ian habe ich sehr lieb gewonnen. Aber auch Jeb, Melanies und Jamies Onkel, finde ich sehr lustig und war öfters überrascht von seiner Genialität. 
Besonders gut gelungen finde ich auch die Textpassagen, in denen Wanda über die weiteren eroberten Planeten der Seelen berichtet, auf denen zum Beispiel Fledermäuse oder Delfine leben.
Der Anfang zieht sich meiner Meinung nach etwas hin, ist aber dringend notwendig um den weiteren Verlauf der Handlung zu verstehen. Auch im Mittleren Teil gibt es teilweise Textpassagen, die etwas zäh zu lesen sind. Ich kann aber nur empfehlen bis zum Ende weiterzulesen, denn es wird immer spannender und viel emotionaler. 
Obwohl das Ende in sich abschließt, ist der Roman als eine Trilogie geplant. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll. Lesen werde ich die Folgebänder aber trotzdem, da ich natürlich wissen will, wie es mit den Protagonisten weiter geht und ob die letzten überlebenden Menschen die Invasion abwenden können oder vielleicht eine Möglichkeit finden werden, mit den Seelen zusammen zu leben. 

Aufgrund der etwas hingezogenen Handlung bekommt der Roman 4 von 5 Eulen :)


Stephenie Meyer wurde 1973 in Hartford geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Arizona. Ihr Debütroman "Bis(s) zum Morgengrauen" wurde aus dem Stand in zahlreichen Ländern zum Bestseller. Die Idee zu dieser Reihe kam ihr nach einem Traum über eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Mensch und Vampir im Jahr 2003Laut dem „Time“-Magazin gehört die Autorin heute zu den hundert weltweit einflussreichsten Menschen.

Band 2: ??? (Orginialtitel: The Seeker) - Release: Unbekannt
Band 3: ??? (Originaltitel: The Soul) - Release: Unbekannt