[Rezension]: "Peter Pan" von James Matthew Barrie

13. Juli 2015






Originaltitel: Peter and Wendy
Preis: € 4,95 [D]
Ausgabe: gebunden
Seitenanzahl: 192
Reihe: Einzelband
Bewertung: *****(4)
Verlag: Anaconda
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"Zweifellos trieb dieses Etwas mit einer bestimmten Absicht auf der Lagune herum, denn es kämpfte gegen die Flut, und manchmal gewann es. Und wenn es gewann, konnte Peter gar nicht anders, als zu klatschen, denn er stand immer auf der Seite der Schwächeren. " (Seite 101)

Vielen lieben Dank an den Anaconda-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!


Er wird niemals erwachsen, und er kann fliegen – Peter Pan! Die Stücke und Geschichten aus der Feder des Schotten James M. Barrie machten ihn unsterblich, zahlreiche Verfilmungen trugen ihm und seinem Autor Weltruhm ein. Im Niemalsland, dem fantastischen Inselreich, erleben die kleine Wendy und ihre Brüder gemeinsam mit Peter Pan, der Elfe Tinker Bell und den Verlorenen Jungs die aufregendsten Abenteuer und müssen antreten gegen den fürchterlichen Captain Hook. Barries zauberhafter Roman von 1911 erscheint hier in deutscher Neuübersetzung.

Peter taucht auf

„Alle Kinder, außer einem, werden groß.”

Peter Pan ist eine Geschichte, von der bestimmt schon jedes Kind und jeder Erwachsene einmal gehört hat. Peter Pan ist bekannt als der Junge, der nicht erwachsen werden möchte und somit immer dreizehn Jahre alt bleibt. 
Eines Abends führt er die bezaubernde Wendy Darling und ihre beiden kleinen Brüder John und Michael ins Niemalsland. Dort erleben sie zusammen mit der Elfe Tinker Bell und den verlorenen Jungs wilde Abenteuer und müssen gegen den berühmt-berüchtigten Captain Hook antreten. Doch das Niemalsland hat auch seinen Preis, denn Wendy's Brüder und auch sie selbst vergessen langsam ihre wahre Herkunft...

Peter Pan selbst war mir leider etwas unsympathisch. Er ist sehr egoistisch, möchte immer und überall der Beste sein und eigentlich ist alles für ihn ein Spiel (sogar die Nahrungsaufnahme spielt er gelegentlich nur, sodass die anderen Kinder mit leeren Bäuchen zu Bett gehen müssen).
Wendy ist ein kleines, liebes Mädchen und wird  als Mutterersatz für die verlorenen Jungs ins Niemalsland geholt. So merkt man auch recht schnell, das sie in ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter gefangen ist (was zu der Zeit, als dieser Roman geschrieben wurde, aber durchaus normal war).
Die verlorenen Jungs sind alle als Baby aus ihrem Kinderwagen gefallen und so im Niemalsland gelandet (wohlgemerkt landen Mädchen nicht dort, da sie zu schlau sind, um aus ihrem Kinderwagen zu fallen). Mit Tootles, Nibs, Slightly, Curly und den Zwillingen bilden sie eine Bande frecher, sympathischer Jungs. 
Außerdem ist da ja noch Tinker Bell, die kleine Elfe. Sie ist sehr eifersüchtig auf Wendy und wirkt dadurch äußerst unsympathisch. Allerdings lässt sich dies rechtfertigen, denn Elfen können immer nur ein Gefühl gleichzeitig haben - und so ist sie meist Böse.
Über James Hook möchte ich jetzt auch gar nicht mehr viel verraten. Ich denke ihn kennt jeder. Den Piraten, der anstatt seiner rechten Hand einen eisernen Hacken trägt und höllische Angst vor einem tickenden Krokodil hat.

Die Geschichte wird von einem allwissenden Erzähler erzählt und ist außerdem sehr skurril. So haben die Darlings ein Kindermädchen namens Nana. Doch Nana ist kein gewöhnliches Kindermädchen, sondern eine überaus fürsorgliche Hundedame. Und auch die Handlung im Niemalsland kann man teilweise einfach nur skurril nennen. 
Der Erzähler springt gelegentlich zu Wendy und ihren Brüdern nach Hause und zeigt, wie das Leben der Darlings ohne die Kinder weiter geht. Ansonsten befinden wir uns als Leser die ganze Zeit im Niemalsland und verpassen keines der zahlreichen Abenteuer. Die Erzählweise selbst ist sehr kindgerecht gestaltet. So ist die Handlung zwar etwas brutal und die Kämpfe sehr blutig, doch dies wird nur angedeutet und niemals beschrieben. Allerdings hatte ich genau dadurch das Gefühl, das ich nicht richtig in der Geschichte drin war, sondern eben mehr oberflächlich gelesen habe.

Trotzdem hat mir die Reise ins Niemalsland (für mich eigentlich eher Niemandsland oder Neverland...) sehr gut gefallen. 
In meine Bewertung habe ich auch nicht die Gerüchte um den Autor J. M. Barrie mit einfließen lassen, denn sonst wäre es wohl mit einer Eule davon gekommen. 
Aber so ist es eine tolle Geschichte, bei der man einfach nur bedenken sollte, wann sie geschrieben wurde.


Kommentare:

  1. Hallo Jana,

    das ist ein Klassiker, den ich auch bald mal lesen will. Man kennt immer nur die Zeichentrickfilme oder andere Verfilmungen, ich möchte die Geschichte selbst kennenlernen. Schön rezensiert!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,

      ich kann dir auch nur empfehlen, das Original zu lesen. Allerdings ist es ein wenig anders, als die Disney-Verfilmung (ebene nicht so bunt :D)
      Danke dir :)

      Liebe Grüße,
      Jana

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  2. Ich finde es toll wenn auch mal ein Klassiker wieder auf der Leseliste landet. Leider kenne ich von Peter Pan nicht die Originalgeschichte sondern nur die Disneyverfilmung, vllt sollte mal zum Original greifen.

    LG Piglet ♥

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    1. Ich möchte sowieso mal mehr Klassiker lesen.
      Von Peter Pan kenne ich zum Beispiel nicht die Disney-Version und kann da keinen Vergleich ziehen..
      Aber das Original kann ich dir sehr empfehlen :)

      Liebe Grüße,
      Jana ♥

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